Marguerite Yourcenar

Mémoires d'Hadrien

Paris : Plon, 1951
Dt. Übers.: Ich zähmte die Wölfin : die Erinnerungen des Kaisers Hadrian. – München : dtv, 9. Aufl. 1986

(Zur Inhaltsangabe)

Bewertung

Yourcenars Werk darf ohne Zweifel als einer der bedeutendsten Antikenromane des 20. Jahrhunderts gelten. In der Subgattung der fiktiven Autobiographie läßt sich nur Graves' Claudius vergleichen, und neben dem Ansehen, das die Autorin genoß (schließlich sogar als Mitglied der Académie française), zeugen auch die zahlreichen wissenschaftlichen Abhandlungen über das Werk davon, daß hier kein durchschnittlicher historischer Roman vorliegt. Trotzdem sollen an dieser Stelle einige Bemerkungen zur historische Genauigkeit des Werkes gemacht werden.

In der Person von Ronald Syme hat sich sogar einer der bedeutendsten Althistoriker unserer Zeit mit den Mémoires auseinandergesetzt. In seiner Studie "Fictional history old and new" hat er das Werk zunächst in das Genre der "fictional history" eingeordnet, das er als "simulation of history" von der "historical fiction" absetzt, die im historischen Kontext mit erfundenen Charakteren operiert. Demgegenüber gibt sich die "fictional history" als bewußte Täuschung des Lesers aus. Syme dachte dabei in erster Linie an die Biographiensammlung der Historia Augusta, die er als direkte Parallele zu Werken wie denen Yourcenars aufzeigt.

In einem ausführlichen Vergleich der Mémoires d'Hadrien mit den spärlichen und oft wenig vertrauenswürdigen antiken Quellen sowie einigen modernen nicht-fiktiven Darstellungen zeigt Syme, daß Yourcenar dem in ihrem Nachwort (das die benutzten Quellen und modernen Werke aufzählt) erhobenen Anspruch nur teilweise gerecht wird, sich so weit wie möglich auf die historische Überlieferung gestützt und nur an wenigen Stellen bewußte Fiktion verwendet zu haben. Sie konnte bei ihrem Vertrauen auf die Historia Augusta wohl auch gar nicht vermeiden, in ähnliche Fallen zu tappen wie frühere Biographen des Kaisers.

Doch auch Syme betont bei aller Kritik an sachlichen Einzelheiten und der "plethora of fabrications" (S. 178) die literarischen Qualitäten von Yourcenars Buch, vor allem in stilistischer Hinsicht:

"The book would stand by its own quality as an imaginative evocation: duly acclaimed and admired, not least for grace and power of style, fluent and vivid, yet severe and classic - and archaic. Never a word or an expression to betray the middle years of the twentieth century" (S. 164).

Die obige, auf die äußeren Handlungselemente beschränkte, Inhaltsangabe kann dies selbstverständlich nicht wiedergeben und hat es auch nicht versucht. Ebensowenig soll auf ein weiteres wichtiges Element der Handlung eingegangen werden, die charakteristischen Reflexionen Hadrians. Sie lassen ein geschlossenes und stellenweise faszinierendes Bild seiner Person entstehen, doch auch hier siegt oftmals die Fiktion über die historische Wahrscheinlichkeit. So hat Syme (S. 178-179) zum Beispiel darauf hingewiesen, daß es für Hadrian keines Besuchs in Athen bedurfte, um von der griechischen Kultur fasziniert zu werden, die längst in der Stadt Rom heimisch war.

Als Fazit bleibt festzuhalten, daß Yourcenars Meisterwerk in erster Linie als literarische Leistung gelesen werden sollte. Einen tieferen Einblick in die historische, nicht-imaginäre Person Hadrians, sicherlich eine der faszinierendsten Gestalten der Antike, und die politische und geistige Welt des römischen Reiches im 2. Jahrhundert n. Chr. kann es dagegen nur gewähren, wenn es mit einer Darstellung auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft gekoppelt wird, wie sie seit 1997 glücklicherweise mit der Hadrian-Biographie von Anthony Birley vorliegt. Das Portrait Hadrians durch Yourcenar wird aber - außerhalb des Bereichs der Wissenschaft - von fortdauernder Wirkung sein.

Weitere Meinungen

Helmut Berve, "[Literaturbericht] Altertum", Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 11 (1960), 654:

"Mir scheint dies Buch, das auf solider Forschung beruht und soweit als möglich in die tiefgründige und in vielem so problematische Persönlichkeit des großen Kaisers eindringt, das Muster eines guten historischen Romans zu sein, ein Werk, dem sich in der modernen historiographischen Literatur über Hadrian kaum ein anderes an die Seite stellen kann. Gewiß hat Y.s Phantasie vieles ergänzt, subjektiv gedeutet oder auch erfunden, aber wenn es das Kriterium für den Wert einer derartigen Darstellung ist, daß es so gewesen sein könnte, dann kann, aufs Ganze gesehen, ihr Buch auch vor dem Historiker bestehen. So bestreitbar selbstverständlich Einzelheiten bleiben, so wenig eine Lebensbeichte wie die hier gegebene antiker Art entspricht, es ist ein ungewöhnlicher Mensch und Herrscher mit dichterischer Schau erfaßt und dem Leser leibhaftig vor Augen gestellt worden."

Ronald Syme, "Greeks invading the Roman Government", zuerst publiziert 1982; NDr. in: ders. Roman papers 4 (Oxford, 1988), S. 15:

"His [Hadrians] character both attracts and repels. The history, such as it is, cannot furnish an adequate answer, nor can fiction help very much, despite the Mémoires d'Hadrien of Marguerite Yourcenar (1951). The book receives well-merited acclaim: it is a masterpiece of classical and archaic prose. Yet, as Edward Gibbon said of the poetry of Claudian, it fails to satisfy or to silence our reason. The author has taken over sundry items from a variegated and often doubtful source, the notorious Historia Augusta."

Ders., "Hadrian's autobiography : Servianus and Sura", in: ders.: Roman papers 6, ed. by Anthony R. Birley (Oxford, 1991), S. 398:

"Fanciers of fictional narrations in the modern time enjoy an adventitious incentive in the Mémoires d'Hadrien composed by Mme Yourcenar, an elegant and copious exposition duly enhanced by many inventions."

Anthony R. Birley, Hadrian : the restless emperor (London [u. a.] : Routledge, 1997), S. 9:

"Finally, a work of a very different nature must be mentioned: the novel by Marguerite Yourcenar ... This book has received enourmous acclaim and its literary merits are unquestioned. Yet the personality there portrayed seems to have been accepted by not a few scholars as an authentic representation of the 'real Hadrian'. Whether Yourcenar's Hadrian is in fact so close to the real man is another matter."

Ebda., S. 314 Anm. 13:

"Not least instructive is the intrusion of the Yourcenarian Hadrian into scholarly work on Roman history."

Literatur

(Vorbemerkung: Wie kaum ein anderer Roman mit antikem Thema hat das Werk Yourcenars das fortdauernde Interesse der Literaturwissenschaft erregt, was sich in einer großen Anzahl von Rezensionen und wissenschaftlichen Abhandlungen niedergeschlagen hat. Diese Literaturflut kann hier nur selektiv verzeichnet werden, mit einem gewissen Schwerpunkt bei den Werken, die sich mit dem antiken Inhalt auseinandersetzen.)

Weitere Werke von Marguerite Yourcenar

"Comment j'ai écrit les 'Mémoires d'Hadrien'." Combat, 17.5.1952.

"Carnets de notes des 'Mémoires d'Hadrien'." Mercure de France, 316 (Nov. 1952), S. 415-432.

"Histoire Auguste : quand l'histoire dit-elle la vérité?" Le Figaro littéraire, 13.6.1959, S. 1, 7, 8. [Eventuell identisch mit dem folgenden Titel]

"Historia Augusta." Merkur, 14, 4 (April 1960). [Zuerst franz.: "Les visages de l'histoire dans l'Histoire Auguste"; wiederabgedruckt in: Sous bénéfice d'inventaire. - Paris : Gallimard, 1978.]

Zu Yourcenar allgemein:

Horn, P.: Marguerite Yourcenar. - Boston : Twayne, 1985.

Savigneau, Josyane: Marguerite Yourcenar: die Erfindung eines Lebens / aus dem Franz. von Rolf und Hedda Soellner. - München : Hanser, 1993. - 614 S. (zu Mémoires d'Hadrien: S. 231-251, 269-295) [Zuerst franz.: Marguerite Yourcenar : l'invention d'une vie. - Paris : Gallimard, 1990.]

Bonali Fiquet, Françoise: Réception de l'oeuvre de Marguerite Yourcenar : essai de bibliographie chronologique (1922 - 1994). - Tours : Société Internationale d'Études Yourcenariennes, 1994. - XXIV, 239 S.

Poignault, Rémy: L'antiquité dans l'œuvre de Marguerite Yourcenar : littérature, mythe et histoire. - Bruxelles : Latomus, 1995. - 2 Bde. (1096 S.) - (Collection Latomus ; 228)

Roman, histoire et mythe dans l'oeuvre de Marguerite Yourcenar : actes du colloque tenu à l'Université d'Anvers du 15 au 18 mai 1990 / Groupe Yourcenar d'Anvers. Simone et Maurice Delcroix (éd.). - Tours : S.I.E.Y., 1995. - 524 S.

Marguerite Yourcenar et la Méditerranée : études / rassemblées par Camillo Faverzani. - Clermont-Ferrand : Assoc. des Publ. de la Faculté des Lettres et Sciences Humaines de Clermont-Ferrand, 1995. - IX, 285 S.

Biondi, Carminella: Marguerite Yourcenar ou la quête de perfectionnement. - Pise : Ed. Libreria Goliardica, 1997. - (Histoire et critique des idées ; 22) (Studi e testi ; 82)

Deprez, Bérengère: Marguerite Yourcenar : écriture, maternité, démiurgie. – Bruxelles [u. a.] : PIE Lang, 2003. – 330 S. – (Collection documents pour l’histoire des francophonies ; 3)

Acocella, Joan: „Becoming the emperor : how Marguerite Yourcenar reinvented the past." The New Yorker, 14. und 21. Februar 2005. http://www.newyorker.com/critics/books/?050214crbo_books [6. 2. 2005]

Rezensionen von Mémoires d'Hadrien:

Peuchmard, J.: "Marguerite Yourcenar fait de l'empereur Hadrien un grand mémorialiste." Arts, 28.12.1951.

Ballard, J.: Cahier du Sud, 310 (1951), 493-497.

Henriot, E.: "Mémoires supposés d'un empereur romain." Le Monde, 9.1.1952, S. 7.

Kemp, R.: "Récréations historiques." Les nouvelles littéraires, 1274, 10.1.1952, S. 2.

Houville, G. 'd: La revue des deux mondes, 15.2.1952, S. 736-738.

Nadeau, M.: "Le roman de l'histoire." Les temps modernes, 76 (Febr. 1952), 1480-1489.

Billy, A.: "Une Française d'aujourdhui a écrit les mémoires d'un empereur romain." Le Figaro, 2.4.1952.

Lauras, A.: Etudes, 272 (1952), 426.

Vincent, P.: Revue des sciences religieuses, 1954, S. 85-86.

Booklist 51 (1954), 176.

Book Review Digest 1954, 982.

Fiction Catalog 7th, 392.

Kirkus Reviews 22 (1954), 592.

Library Journal 79 (1954), 2100.

New York Times Book Review 21. November 1954, 6.

Time, 29. Nov. 1954, 100.

Ridington, E. F.: Classical world 52 (1958/59), 203.

Wissenschaftliche Arbeiten:

Picard, Ch. "L'empereur Hadrien vous parle." Revue archéologique 43 (1954), 83-85.

Goserud, Donna Maria Pinter: "The emperor Hadrian as portrayed by Madame Marguerite Yourcenar." - Kutztown State College, M.-A.-Thesis, 1976.

Poignault, Rémy: "Le personnage d'Hadrien dans 'Mémoires d'Hadrien' de Marguerite Yourcenar : litterature et histoire." - Tours, Univ., Diss., 1982. - 2 Bde.

Furois, Lucienne: Pour une lecture de Mémoires d'Hadrien, roman de Marguerite Yourcenar. - Trieste, 1983. - 40 S. - (Università degli Studi di Trieste, Scuola Superiore di Lingue Moderne per Interpreti e Traduttori : serie monografie ; 2)

Poignault, Rémy: "Alchimie verbale dans 'Mémoires d'Hadrien' de Marguerite Yourcenar." Bulletin de l'Association Guillaume Budé 3 (1984), 295-321.

Pihan, Y.: "Marguerite Yourcenar: 'Mémoires d'Hadrien' : commentaire composé." L'école des lettres, 72, 14 (mai 1986), S. 13-18.

Syme, Ronald: "Fictional history old and new : Hadrian." In: ders.: Roman papers 6 / ed. by Anthony R. Birley. - Oxford : Clarendon Press, 1991. - S. 157-181. [Zuerst separat Oxford, 1986.]

Boussuges, Madeleine: Marguerite Yourcenar, sagesse et mystique. - Éd. des Cahiers de l'Alpe, 1987. [Zuerst u. d. T.: Bergeret Boussuges, M.: "Les sources de la pensée morale et religieuse dans deux romans de Marguerite Yourcenar, 'Mémoires d'Hadrien' et 'L'OEuvre au noir'." - Grenoble, Univ., Diss., 1985. - 255 S.]

Bernier, Y.: "Génèse et fortune litteraire des Mémoires d'Hadrien." Cahiers d'études anciennes 21 (1988), 7-25 (der gesamte Band ist dem Werk gewidmet)

Gergely, Thomas: "La mémoire suspecte d'Hadrien." Revue de l'Université de Bruxelles, März-April 1988 (Sondernummer Marguerite Yourcenar), S. 45-50.

Starre, E. van der: "Hadrianus redivivus? Marguerite Yourcenar en de historische roman." Lampas 21 (1988), 271-289.

Buriks, A.: "De historiciteit van M. Yourcenars 'Mémoires d'Hadrien'." Lampas 22 (1989), 140-145.

Slabochová, D.: "Les références génologiques [sic] des 'Mémoires d'Hadrien'." Acta antiqua Academiae Scientiarum Hungaricae 33 (1990-1992), 99-104.

Kemper, J. A. R.: "Ego Iugulum Statim Video: Plinius als advocaat en de Romeinse rechtsprocedure." Lampas 24, 1 (1991), 38-53.

Pomponio, Arthur Thomas: "A genealogy of gay morals : Greek love in modern literature." Diss. New York Univ., 1991. (DAI-A 52/12, p. 4323, Jun 1992)

Cosset, Evelyne: "La fonction des lettres antiques dans l'œuvre romanesque de Marguerite Yourcenar", Les études classiques 60 (1992), Heft 4, 345-349.

Levillain, Henriette: "Mémoires d'Hadrien" de Marguerite Yourcenar. - Paris : Gallimard, 1992. - 252 S.

Hogsett, Charlotte: "Scholarship and Vision in Marguerite Yourcenar's Memoirs d'Hadrien", Classical and modern literature 13 (1993), 203 ff.

Analyses et réflexions sur Marguerite Yourcenar, Mémoires d'Hadrien : l'écriture de soi / Maryse Adam-Mailhet ... - Paris : Ellipses [u. a.], 1996. - 126 S. : Ill.

Calandra, Elena: "Bachkias, il papiro PFayyum 19 e Marguerite Yourcenar : una nota", Athenaeum 84 (1996), 557-562. [Zum Papyrus vgl. auch Bollansée, J.: "P. Fay. 19, Hadrian's memoirs, and imperial epistolary autobiography." Ancient Society 25 (1994), 279-302]

Dezon-Jones, Elyane; Rémy Poignault: Mémoires d'Hadrien, Marguerite Yourcenar : des repères pour situer l'auteur, ses écrits, l'œuvre étudiée ; une analyse de l'œuvre sous forme de résumés et de commentaires ; une synthèse littéraire thématique ; des jugements critiques, des sujets de travaux, une bibliographie. - Paris : Nathan, 1996. - 127 S. - (Balises ; 125)

Hörmann, Pauline A. H.: La biographie comme genre littéraire : "Mémoires d'Hadrien" de Marguerite Yourcenar. - Amsterdam [u. a.] : Rodopi, 1996. - 191 S. - (Faux titre ; 119)

Julien, Anne-Yvonne: L'écriture de soi : un thème, trois oeuvres. - Paris : Belin, 1996. - 256 S.

Trouvé, Alain: Leçon littéraire sur Mémoires d'Hadrien de Marguerite Yourcenar. - Paris : Presses Univ. de France, 1996. - V, 121 S. : graph. Darst., Kt.

Bruggisser, Ph. "'Patience' d'un impatient : Hadrien à l'approche de la mort, de l'Histoire Auguste à Marguérite Yourcenar." - In: Historiae Augustae Colloquium Bonnense / a cura di Giorgio Bonamente ... - Bari : Edipuglia, 1997. - S. 39-70. - (Historiae Augustae colloquia, nova series ; 5)

Poignault, Rémy. Mémoires d'Hadrien. - Paris : Nathan, 1997. - 127 S.

Knabe, Peter-Eckhard: "Griechenland und Rom in den Mémoires d'Hadrien von Marguerite Yourcenar. - In: Rezeption und Identität : die kulturelle Auseinandersetzung Roms mit Griechenland als europäisches Paradigma / hrsg. von Gregor Vogt-Spira ... - Stuttgart : Steiner, 1999.

Sacco, Silvia: »La latinite nell’ opera di Marguerite Yourcenar«. Maia 55 (2003), 1, 133–154.

Goslar, Michèle: Antinoüs : de la pierre à l’écriture de Mémoires d’Hadrien. – Bruxelles : Cidmy, 2007.

Deprez, Bérengère: Marguerite Yourcenar and the USA : from prophecy to protest. – Bruxelles [u. a.] : Lang, 2009. – 182 S. : Ill. – (Yourcenar ; No. 2). [Kapitel: „Hadrian and the Atlantic world“, S. 33–40]

Inhalt

"Animula vagula blandula"

Der todkranke Hadrian schreibt an den jungen Marcus (den späteren Kaiser Mark Aurel) und läßt sein Leben Revue passieren. Er macht sich Gedanken über menschliche Leidenschaften und Schwächen.

"Varius multiplex multiformis"

Hadrian berichtet von seiner Jugend. Als Militärtribun einer moesischen Legion überbringt er seinem Verwandten Traian, dem Statthalter von Untergermanien, die Nachricht von seiner Erhebung zum Kaiser. Traian fördert in den folgenden Jahren den Aufstieg Hadrians, der an den Dakerkriegen teilnimmt und Traians Großnichte Sabina heiratet. Aber auch während des Krieges gegen die Parther versäumt es Traian, Hadrian offiziell als seinen Nachfolger herauszustellen. Erst auf dem Totenbett adoptiert er ihn (unklar bleibt, ob nicht Traians Frau Plotina, die Hadrian sehr gewogen ist, dabei nachhalf).

"Tellus stabilita"

Sofort nach seinem Regierungsantritt beendet Hadrian den Krieg mit den Parthern. Sein Vertrauter Attianus läßt vier Consulare hinrichten, die eine Verschwörung geplant hatten. Hadrian erläutert die Prinzipien, an denen er seine Herrschaft ausgerichtet hat. Er schildert seine Reisen durch das ganze Reich und seine Zusammenkunft mit dem Partherkönig Chosroes.

"Saeculum Aureum"

In Bithynien trifft Hadrian den jungen Antinous, den er fortan als seinen Liebling mit sich nimmt, erst nach Griechenland, dann nach Rom. Wieder im Osten, besucht Hadrian Ägypten. Hier kommt Antinous um, wohl ein selbstgewählter Opfertod. Hadrian sorgt für die Verewigung seines Angedenkens durch Statuen und Kulte.

"Disciplina Augusta"

Noch einmal besucht Hadrian Griechenland und Athen. Er kehrt nach Rom zurück, wo er sich sein Grabmal errichten läßt und in Tibur eine große Villa. Ein Aufstand der Juden läßt Hadrian noch einmal ins Feld ziehen. Jetzt zeigen sich freilich erste Krankheitssymptome. Wieder in Rom, muß Hadrian sich um seine Nachfolge kümmern. Er adoptiert seinen Liebling Lucius, der aber bald darauf stirbt. Jetzt wählt Hadrian den älteren Antoninus und den jungen Marcus aus, an den er seine Aufzeichnungen richtet.

"Patientia"

Der kranke Hadrian überlegt, ob er seinem Leben selbst ein Ende setzen soll. Er entscheidet sich dagegen und bereitet sich auf den Tod vor.

24. Dezember 2008: Reihenfolge umgestellt, ein Literaturtitel ergänzt
11. Juli 2010: ein Literaturtitel ergänzt